Die Mäuseprinzessin

Stellt Euch vor, ich habe Mooni wieder getroffen! Ich hatte eigentlich die Hoffnung schon aufgegeben, als sie mich eines Tages wieder im Stall ansprach: „Hallo du! Wie geht es dir? Lange nicht gesehen. Aber ich bin weit herum gekommen hier bei Euch auf der Erde und habe Deinen Rat beherzigt .. ich sprach mit keinem Menschen – aber mit den Tieren! Du glaubst gar nicht was die mir alles erzählt haben! Die tollsten und spannendsten Geschichten geschehen hier bei Euch auf der Erde – willst Du ein paar davon hören?“ Ihr könnt euch vorstellen, daß sie mich nicht zweimal fragen brauchte. Sofort legte ich alles aus der Hand, setze mich auf einen Heuballen und hörte ihr gespannt zu, was sie zu berichten hatte.

Als erstes erzählte sie mir die Geschichte von einer Mäuseprinzessin, der sie auf ihrer Wanderschaft über die Erde begegnet war. Sie saß im Wald unter einem Baum und weinte völlig verzweifelt. „Was ist denn mit Dir? Kann ich Dir helfen? Tut Dir was weh?“ Mooni tippte sie ganz sanft und vorsichtig an die Schulter und doch erschrak die kleine Maus sehr, weil sie völlig in ihrem Kummer versunken war. „Mir kann keiner helfen … ich bin ja selber schuld … aber ich weiß nicht, was ich tun soll …“ stammelte sie zusammenhanglos. „Na ja erzähl erst einmal was Dich bedrückt, oft sieht man den Wald vor Bäumen nicht und vielleicht kann ich dir doch einen Tip geben und selbst wenn nicht .. oft ist es auch schon hilfreich, sich einfach nur die Sorgen von der Seele zu reden.“ Da fing die kleine Maus an, ihre ganze Geschichte zu erzählen …

Sie war eine Mäuseprinzessin, die den Prinzen des Nachbarmäusereichs sehr mochte. Eines Tages bemerkte der Prinz die kleine Maus und fing an, sie zu necken, wie er auch die anderen Mäuschen in der Umgebung zu necken pflegte. Die kleine Maus ging darauf ein und spielte eine Weile sehr nett mit ihm, wurde aber immer von der Unsicherheit geplagt, daß er zu all den Mäuschen genauso nett war wie zu ihr. Das gefiel ihr nicht und sie fing an, sich ihm gegenüber besonders hochmütig zu verhalten, da sie es nicht leiden konnte, eine unter vielen Mäusen zu sein. Sie ließ ihn mit Absicht warten und versetzte ihn sogar einmal mit einer fadenscheinigen Ausrede, als sie zum Spielen verabredet waren. Da zog der Prinz sich zurück und wollte nichts mehr von der kleinen Maus wissen. 

Die kleine Maus war darüber sehr traurig. Die Hofdame, die sie geschickt hatte, um ihm die Absage zu überbringen, berichtete ihr, daß er über sie an seinem Hofe reden und sie sogar verspotten würde. Da wurde die kleine Prinzessin sehr böse und beschloß, in Verkleidung an den Hof des Mäuseprinzen zu gehen, um zu erfahren, was denn dort über sie geredet wurde. Sie überlegte nicht lange, sondern suchte sich eine Perücke und einen Schleier und ritt in das Reich ihres Nachbarn, um dort am Tor als reisende, fremde Prinzessin Einlaß und Gastfreundschaft zu erbitten. Sie wollte sich dort ein paar Tage lang aufhalten, um mit eigenen Ohren zu hören, was denn so getratscht würde …

– Ende der Leseprobe –
Wenn Sie auf die Fortsetzung der Geschichte gespannt sind, dann nehmen Sie bitte mit mir Verbindung auf.

[ Zur nächsten Geschichte ]