Hallo Kätzchen

„Oh, hallo, mein Freund! – Du wunderst Dich bestimmt, daß ich hier in der Wohnung hinter der Scheibe sitze und spazieren schaue! Ich bin eine kleine gewöhnliche Stubenkatze! Nichts besonderes – nur eine kleine schwarz-weiße Katze mit grünen Augen, wie 1000 andere auch!  Und ich habe eine Geschichte – auch wie 1000 andere! Willst Du sie trotzdem hören? Dann paß auf:

Ich hatte eine sehr schöne Jugend bei meinen Eltern und meinen Geschwistern – wir zankten und balgten uns – aber wir hingen auch sehr an einander! Bei uns war immer etwas los und meine Mutter war eine sehr weise Katze, die uns immer genug Freiraum und trotzdem Geborgenheit gab. Mein Vater kümmerte sich zwar nicht sonderlich um uns, denn er war dafür zuständig, daß wir immer mit genügend Mäusen – oh das tut mir leid, du bist ja auch eine Maus – versorgt waren und er jagte ständig. Er war aber sehr stolz auf seine Familie und besonders auf mich, seinen Liebling, weil ich eigentlich eine hübsche und süße kleine Katze war.

Da ich aber auch sehr neugierig und naseweis war, begann ich schon früh, die Welt außerhalb unseres Heimes zu erkunden. Das mochte mein Vater gar nicht und er knurrte mich oft an, wenn ich mit den anderen kleinen Katzen zu weit von daheim entfernt spielte. Ich verstand überhaupt nicht, was daran so schlimm sein sollte – wir hatten doch nur Spaß! Eines Tages lernte ich einen jungen Kater kennen, der mich mit in den Wald nehmen wollte – dort könne man noch viel besser spielen!

Erst traute ich mich nicht, weil ich Angst hatte, meine Eltern wären dann böse auf mich, doch irgendwann setzte er mir so lange zu, bis ich mitging. Und im Wald konnte man tatsächlich sehr gut spielen! Daß es im Wald auch sehr gefährlich sein konnte, wußte ich damals noch nicht. Als ich nach meinem Ausflug wieder heim kam, da gab es ein Theater, kann ich Dir sagen! Ich war total sauer und beschloß ganz im Wald zu leben wie mein Spielkamerad! Er war ein leichtsinniger aber sehr charmanter Gefährte und wir hatten nie Langeweile!

Wir hatten eine Menge Spaß und verstanden uns prima, bis es Winter wurde! Nun wurde die Nahrung knapp und wir froren sehr. „Laß uns ein anderes Quartier suchen“, meinte er und so machten wir uns auf den Weg! Weil er sehr schnell lief und ich nicht recht nachkam, passierte es, daß ich nicht richtig auf den Weg achtete und strauchelte! Dabei verletzte ich mich und konnte nicht weiter laufen. Er drehte sich noch ein letztes Mal nach mir um, lief dann weiter und ließ mich einfach verletzt zurück – ich konnte es nicht fassen!

Ich weinte fürchterlich und leckte meine Wunden. Ich versuchte mich aufzurappeln, fiel aber immer wieder hin. So schleppte ich mich mühsam voran. Ich dachte immer an den Frosch in der Milch, der solange gestrampelt hat, bis sich Butter unter seinen Füßen gebildet hatte und er aus dem Topf hüpfen konnte – und an seinen Freund, der aufgab und ertrank! Das machte mir Mut …

– Ende der Leseprobe –
Wenn Sie auf die Fortsetzung der Geschichte gespannt sind, dann nehmen Sie bitte mit mir Verbindung auf.

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